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Reality Splinters: Klarheit, die man wirklich anwenden kann

Im Januar ging es bei uns um Highlights – nicht als Glanzshow, sondern als Gegenmittel gegen dieses automatische Übersehen. Das hat etwas Beruhigendes: Du merkst, dass du mehr erlebt (und oft auch mehr geschafft) hast, als dein Kopf dir im Alltag zugesteht.


Und dann kommt Februar. Die Gegenwart. Die ist selten poetisch – eher praktisch.


Deshalb heisst die Februar-Serie Reality Splinters: kurze Sätze aus dem Alltag, die ein bisschen pieksen dürfen, weil sie wahr sind. Nicht “Motivation”, sondern Klarheit. Nicht grosse Versprechen, sondern kleine Experimente, die man wirklich testen kann.


Viele von uns scheitern nicht daran, dass wir nicht wissen, was zu tun wäre. Sondern daran, dass wir ständig Ausnahmen machen.

Wir sammeln Optionen, wenn eigentlich eine Entscheidung dran wäre. Wir nennen es “Recherche”, obwohl es manchmal nur ein eleganter Aufschub ist. Und je mehr alles gleichzeitig wichtig scheint, desto eher bewegt sich… nichts. Dann gewinnt das Leichte, das Laute, das Schnelle – nicht unbedingt das, was Wirkung hätte.


Der Kalender ist dabei erstaunlich ehrlich. Er zeigt nicht, was wir wichtig finden, sondern was wir schützen. Wenn etwas nie eingeplant wird, “kommt es nicht zu kurz” – es wird einfach nicht verteidigt. Das ist keine Moral, eher eine nüchterne Diagnose. Und Diagnosen sind hilfreich, weil sie etwas veränderbar machen.


Viele warten dann auf Motivation. Als müsste man erst “bereit sein”. Nur: Motivation kommt gern, wenn es leicht ist – und fehlt gern, wenn es zählt. Standards sind weniger glamourös, aber zuverlässiger. Manchmal reicht “7 Minuten anfangen”, um aus dem Kopf zurück ins Tun zu kommen.


Und dann sind da diese offenen Schleifen: Dinge, die noch nicht entschieden sind, noch rumliegen, noch “pending”. Sie kosten Aufmerksamkeit, auch wenn man nicht aktiv daran denkt. Nicht entscheiden ist auch eine Entscheidung – nur eben eine, die man abgibt. Oft wird es spürbar leichter, wenn man eine Sache bewusst schliesst: Ja / Nein / Nicht jetzt – aber mit Datum.


Willenskraft hilft — aber sie hält nicht ewig. Auf Dauer gewinnt, was du dir leicht machst: ein gutes Umfeld und ein kleines Minimum, das du wirklich jeden Tag schaffst.


Entferne einen Reibungspunkt. Mach das Richtige leichter. Und definiere die kleinste Version einer Gewohnheit – so klein, dass du sie morgen wiederholen würdest. Zwei Minuten zählen. Nicht, weil zwei Minuten die Welt verändern, sondern weil du dich damit als jemand erlebst, der dranbleibt.


Wenn du magst: Was ist eine offene Schleife, die du diese Woche schliessen willst?

 
 
 

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